Halle a./S. Birkhahn-Mötzlich
Seit 01. August 1944 waren im KZ Außenlager in Halle 550 Männer inhaftiert. In der Folgezeit stieg die Zahl der Häftlinge rapide an. Hierzu gibt es widersprüchliche Angaben. Insgesamt sollen über 2.000 Häftlinge nach Halle deportiert worden sein. Am 01. März 1945 lebten noch 528 Häftlinge im KZ Außenlager Birkhahn-Mötzlich.
Das Lager befand sich östlich der Goldbergstraße / nördlich der B 100 (Berliner Chaussee) auf einem ca. 500 m mal 500 m großen Gelände. Heute befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen KZ Außenlagers, ein Brachgelände, eine Kleingartenanlage und ein Baustoff-Lagerplatz des Straßenbauamtes Halle a./S.
Das Lager wurde von einem SS-Kommando bewacht, war mit Stacheldraht umzäunt und hatte Wachtürme, die mit Scheinwerfern ausgerüstet waren. Es gab mindestens fünf Häftlingsbaracken und eine Baracke für die SS-Wachmannschaft. Täglich mussten die KZ Häftlinge ca. drei Kilometer zur Siebel-Flugzeugwerke GmbH, Boelckestraße 70 (heute Dessauer Str.) hin- und zurück marschieren, um dort für die Rüstungsproduktion zu schuften. In Tag- und Nachtschichten mussten die Häftlinge Tragflächenteile für die Flugzeuge SIE 104 und
Ju 88 fertigen und Arbeit in der Fräserei, Dreherei und Schlosserei verrichten. Abweichungen von der Arbeitsnorm wurden durch die SS-Wachmannschaften hart bestraft.
Das KZ Außenlager in Halle a./S. wurde letztmalig am 31. März 1945 erwähnt. Es gibt keine weiteren Informationen über das Schicksal der Häftlinge dieses Lagers, oder irgendwelche Nachkriegsprozesse gegen den Kommandanten oder andere Personen der SS-Wachmannschaft.